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Ratten im Abwasserrohr? So schützen Sie Haus und Leitungen nachhaltig

Tobias

Wenn Ratten im Kanalsystem aktiv sind, bemerken Hausbesitzer das oft zuerst an Gerüchen, Geräuschen oder beschädigten Leitungen. Mit den richtigen Sofortmaßnahmen und einer sauberen Ursachenanalyse lässt sich das Risiko für Haus und Gesundheit deutlich senken – manchmal ist jedoch professionelle Schädlingsbekämpfung nötig.

Grundlagen: Warum Ratten aus dem Untergrund zum Problem werden

Abwasserleitungen bieten Ratten Wärme, Feuchtigkeit und oft auch einen direkten Weg zu Futterquellen. Schon kleine Undichtigkeiten, defekte Rohrverbindungen oder offene Revisionsschächte können ausreichen, damit Tiere in Grundleitungen wandern und in Kellernähe auftauchen. Besonders kritisch sind Altbauten, nachträglich angeschlossene Nebenleitungen, abgesackte Rohre oder Bereiche mit Wurzeleinwuchs.

Typische Warnsignale sind Kratz- und Laufgeräusche (vor allem abends), starker Kanalgeruch, wiederkehrende Verstopfungen, Fraßspuren an Dämmung oder Kabeln sowie Kotkrümel in der Nähe von Abflüssen. Wichtig: Nicht jede Verstopfung ist ein Hinweis auf Ratten, aber die Kombination aus Geruch, Geräuschen und Schäden ist ernst zu nehmen. In der Praxis führt eine wirksame Lösung fast immer über zwei Stränge: technische Ursachen im Leitungssystem beseitigen und – falls bestätigt – Maßnahmen der Schädlingsbekämpfung koordinieren.

Als Hausbesitzer können Sie sofort handeln, ohne planlos zu „übertherapieren“: Lebensmittel und Tierfutter konsequent verschließen, Mülltonnen sauber halten, Kompost sichern, Kellertüren abdichten und Abflüsse (Bodenabläufe, selten genutzte Waschbecken) regelmäßig spülen. Vermeiden Sie es, ungezielt Gift auszulegen: Ohne Befund und Konzept verschiebt sich das Problem oft nur oder wird sogar gefährlicher für Haustiere.

Für die Ursachenanalyse lohnt sich häufig eine Kamerainspektion der Abwasserleitungen. So lässt sich feststellen, ob ein Rohrbruch, eine offene Muffe oder ein Einlaufbereich den Zugang ermöglicht. Auf dieser Basis können Sie gezielt entscheiden, ob eine Rohrreinigung und Kanalservice genügt oder ob eine Sanierung der Grundleitung nötig ist.

Glossar: Begriffe, die in Angeboten und Berichten häufig auftauchen

  • Grundleitung: Abwasserleitung auf dem Grundstück, die das Haus mit dem öffentlichen Netz verbindet.
  • Revisionsöffnung: Zugangspunkt, über den Leitungen inspiziert oder gereinigt werden können.
  • Kamerabefahrung: Inspektion der Rohre mit einer Kamera, um Schäden, Einbrüche oder Einwuchs sichtbar zu machen.
  • Dichtheitsprüfung: Verfahren, um Undichtigkeiten im Leitungssystem zu erkennen (z. B. Luft- oder Wasserprüfung).
  • Rückstauklappe: Bauteil, das bei Starkregen den Rückfluss von Abwasser ins Gebäude verhindert.
  • Rattensperre: Mechanische Vorrichtung im Rohr, die Tiere am Durchgang hindert, aber Abwasser passieren lässt.
  • Köderstation: Gesicherter Behälter, in dem Köder vor Kindern und Haustieren geschützt ausgebracht werden.
  • Monitoring: Systematische Kontrolle (z. B. mit Spurenplatten oder Stationschecks), ob Aktivität weiterhin besteht.
  • Kanalbruch: Struktureller Schaden am Rohr (Riss, Einbruch), der auch als Eintrittsstelle dienen kann.
  • Schädlingsbekämpfung: Geplante Maßnahmen zur Reduktion und Kontrolle von Schädlingen, meist kombiniert aus Diagnose, Bekämpfung und Prävention.

So läuft die Lösung in der Praxis ab

Phase 1: Verdacht prüfen und Risiken richtig einschätzen

Dokumentieren Sie Hinweise (Fotos von Kot, Fraßspuren, beschädigten Rohrummantelungen) und notieren Sie Zeiten mit Geräuschen. Schließen Sie parallel offensichtliche Zugänge: defekte Kellerfenster, offene Lichtschächte, Lücken an Leitungsdurchführungen. Wenn Sie Kinder oder Haustiere im Haushalt haben, verzichten Sie auf frei zugängliche Köder.

Phase 2: Technische Ursache im Leitungssystem finden

In vielen Fällen liegt der Schlüssel in der Leitung selbst: ein abgesacktes Rohr hält Wasser zurück, Ablagerungen entstehen, und Tiere finden geschützte Bereiche. Eine Kamerabefahrung zeigt, ob Wurzeleinwuchs, offene Muffen oder ein Rohrversatz vorliegen. Je nach Befund kommen Reinigung, punktuelle Reparatur oder Inliner-Sanierung infrage. Parallel wird abgestimmt, wie die Schädlingsbekämpfung zeitlich und fachlich zu den Arbeiten passt, damit Maßnahmen nicht ins Leere laufen.

Phase 3: Maßnahmen der Schädlingsbekämpfung und bauliche Abdichtung

Sind Aktivität und Eintrittsweg bestätigt, werden Zugänge konsequent blockiert: geeignete Rattensperren im passenden Rohrdurchmesser, dichte Abdeckungen an Revisionspunkten und das Schließen von Durchführungen im Keller. Köderstationen gehören – wenn überhaupt – in gesicherte Systeme und werden dokumentiert sowie regelmäßig kontrolliert. Gleichzeitig sollten Futterquellen rund ums Gebäude reduziert werden (offene Müllsäcke, Vogelfutter, zugängliche Tierställe).

Phase 4: Nachkontrolle, Hygiene und langfristige Vorbeugung

Nach der Umsetzung ist die Nachkontrolle entscheidend: Bleiben Gerüche weg? Treten erneut Verstopfungen auf? Gibt es frische Spuren? Sinnvoll ist außerdem, die Grundstücksentwässerung regelmäßig warten zu lassen, besonders nach Starkregenereignissen. Wer frühzeitig kleinere Schäden (Risse, undichte Übergänge) sanieren lässt, verhindert, dass sich ein Problem im Untergrund überhaupt etabliert.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob Ratten wirklich aus dem Abwasserbereich kommen?

Typisch sind Geräusche in Wänden oder unter dem Boden, Kanalgeruch nahe Bodenabläufen und wiederkehrende Verstopfungen. Eine Kamerainspektion kann Eintrittsstellen im Rohrsystem eindeutig belegen.

Hilft es, Abflüsse einfach mit Chlor oder Hausmitteln zu „reinigen“?

Das beseitigt Gerüche kurzfristig, löst aber weder Schäden noch Zugänge. Bei chemischen Mitteln besteht zudem Material- und Gesundheitsrisiko; besser ist eine fachgerechte Reinigung und Diagnose.

Wer ist zuständig: ich oder die Kommune?

In der Regel sind Sie für Leitungen auf Ihrem Grundstück verantwortlich (Grundleitungen), die Kommune für das öffentliche Netz. Die genaue Grenze hängt von Satzung und Anschlussstelle ab.

Ist eine Rattensperre immer sinnvoll?

Sie kann sehr wirksam sein, wenn sie zum Rohr, zur Fließrichtung und zum Zustand der Leitung passt. Bei beschädigten oder stark verschmutzten Rohren sollte zuerst saniert bzw. gereinigt werden.

Wann sollte ich einen Profi beauftragen?

Wenn Sie wiederholt Spuren finden, Leitungen beschädigt sind oder der Verdacht auf einen Eintritt über das Rohrsystem besteht. Eine professionelle Schädlingsbekämpfung in Kombination mit Leitungsdiagnostik verhindert, dass das Problem nach wenigen Wochen zurückkehrt.

Haben Sie Fragen oder ein ähnliches Problem?

Wir stehen Ihnen rund um die Uhr zur Verfügung.

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Kommentare

Maren1988

Interessant!

Hannes.Werner

Guter Artikel, vor allem das Glossar ist hilfreich, wenn man Angebote vergleichen will (Kamerabefahrung/Dichtheitsprüfung wird ja gern durcheinandergeworfen). Aus meiner Sicht ist die Reihenfolge entscheidend: erst Technik klären (Rohrbruch, offene Muffe, Wurzeleinwuchs), dann Sperren/Abdichtung und erst danach an eine Bekämpfung denken – sonst läuft alles „ins Leere“, wie beschrieben. Bei Rattensperren würde ich wirklich auf passenden Rohrdurchmesser und den Zustand der Leitung achten; in verschmutzten/defekten Rohren kann das schnell zur nächsten Baustelle werden. Monitoring/Nachkontrolle finde ich ebenfalls zentral: Geruch weg heißt nicht automatisch, dass keine Aktivität mehr da ist. Und das Thema Futterquellen (Mülltonnen, Kompost, Vogelfutter) wird oft belächelt, ist aber in der Praxis ein echter Hebel. Insgesamt angenehm nüchtern geschrieben, ohne Panikmache.

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